Heilfasten bei chronischen Erkrankungen

Fasten ist der bewusste, freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine begrenzte Zeit. Das Verdauungssystem des Patienten soll entlastet und seine Funktion angeregt werden. Das Heilfasten nach Buchinger hat jedoch noch einen anderen Aspekt: Die Linderung von chronischen Beschwerden bzw. Erkrankungen.

„Das Heilfasten nach Buchinger geht auf den deutschen Arzt Dr. Otto Buchinger zurück, der 1878 in Darmstadt geboren wurde. Selbst schwer an Rheuma erkrankt unterzog er sich im Jahr 1919 einer Heilfastenkur und entwickelte diese stetig weiter“, erläutert Dr. med. Ronald Krüger, leitender Oberarzt der Schmerztherapie in der Klinik an der Weißenburg. „In Abstimmung mit unserer Diätassistentin und unserem Küchenleiter bieten wir seit 2019 diese Fastenkur nach Buchinger in einer modifizierten Form an“, so Dr. Krüger weiter. „Beim Heilfasten nach dem Prinzip des Buchingerfastens steht die Entlastung des Körpers im Mittelpunkt, d.h. der Körper soll sich reinigen und von Giften befreien. Die Selbstheilungskräfte des Körpers werden dabei aktiviert.“

Das Heilfasten kann bei Patienten mit Stoffwechselerkrankungen, bei Diabetes, Adipositas, rheumatischen Erkrankungen oder beispielsweise Migräne angewendet werden.

Voraussetzung dafür ist ein stationärer Aufenthalt in der Schmerztherapie der Klinik. „Das Heilfasten erfolgt unter ärztlicher Aufsicht. Die ständige Kontrolle ist dabei besonders für Diabetiker, die ihren Insulinbedarf dabei deutlich senken können und für Patienten mit Bluthochdruck besonders wichtig“, so Dr. Krüger weiter. Rüdiger Thyrolf kam mit Rücken- und Hüftschmerzen in die stationäre Schmerztherapie der Klinik. Diverse Behandlungsmethoden hatten in der Vergangenheit nicht zum Erfolg geführt. „Während des Aufnahmegespräches erzählte mir Herr Dr. Krüger von der Möglichkeit des Heilfastens“, berichtet der Patient. „Wenn man wie ich ständig Schmerzen hat, ist man für jede Möglichkeit der Linderung dankbar.“ 

Nach umfangreicher Aufklärung durch den behandelnden Arzt und die Diätassistentin begann die Therapie mit Sauerkrautsaft. Es folgten Tage, an denen es nur Wasser, Tee, Gemüsebrühe und/oder Reis gab. „Das Erstaunliche war, dass ich während der sieben Fastentage nicht hungrig war“, berichtet Thyrolf. Die Erklärung dazu kommt von Diätassistentin Annegret Henkel. „Wenn das Verdauungssystem leer ist, verspürt man keinen Hunger.“ Im Rahmen seiner Behandlung lernte der Patient auch, seine Essgewohnheiten umzustellen. „Eine dauerhafte Linderung der Beschwerden kann nur gelingen, wenn man auch dauerhaft seine Ernährung umstellt“, sind sich die Diätassistentin und der leitende Oberarzt einig. „Welche Lebensmittel individuell geeignet sind oder welche man jeweils weglassen sollte, erlernen die Patienten in unserer Lehrküche.“ Und was ist mit Nebenwirkungen? „In seltenen Fällen reagieren Patienten mit Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Schlafstörungen oder allgemeinem Unwohlsein auf den Nahrungsentzug“, weiß Dr. Krüger aus seinem Klinikalltag. „Deshalb sollte eine solche Fastenkur auch unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Wir halten unsere Patienten parallel zu moderater Bewegung und ausreichend Ruhephasen an.“ Thyrolf war einer von vielen Schmerzpatienten, die die Klinik mit deutlich reduzierten Schmerzen verlassen haben. „Ich wurde ausführlich aufgeklärt über sämtliche angewandte Therapien. Das Heilfasten hat meiner Meinung nach viel dazu beigetragen.“

Besondere Voraussetzungen für eine Teilnahme am Heilfasten gibt es für chronische Schmerzpatienten nicht. Die Teilnahme erfolgt nach ausführlicher Aufklärung durch den behandelnden Schmerzarzt und aktiver Einwilligung des Patienten. Ein stationärer Aufenthalt des Patienten ist jedoch zwingend notwendig.

Mi
21 Okt
Fit durch Frieren

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18 Nov
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Referent: CA Dr.med. Jens Bade, Klinik an der Weißenburg

3 Fortbildungspunkte bei der Landesärztekammer Thüringen beantragt

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16 Dez
Überblick über Publikationen in der Schmerztherapie aus 2020

Referent: ltd. OA Dr.med. Ronald Krüger, Klinik an der Weißenburg

3 Fortbildungspunkte bei der Landesärztekammer Thüringen beantragt

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