Nach Weiterbildung zurück im Rehazentrum: Fachschwester für Onkologie ist nun auch Praxisanleiterin

„Bei Prüfungen gibt es keine Routine. Ich war genauso aufgeregt wie das letzte Mal“, gab Isabel Stroehl im Kreis ihrer Kolleginnen zu. Das war vor wenigen Tagen, als sie sich der Prüfung zur Praxisanleitung stellte. Das „letzte Mal“ war vor knapp einem Jahr im Januar 2020, als sie ihre berufliche Weiterbildung zur „Fachschwester für Onkologie“ am Universitätsklinikum Jena absolvierte. Die Praxisanleitung schob sie gleich hinterher, „...weil ich einmal im Lernprozess drin war." Beide Prüfungen hatten es in sich, und beide legte die gelernte Krankenschwester mit hervorragenden Noten ab. „Die Zeit des Lernens ist in unserem Beruf nie vorbei“, ist sich Isabel Stroehl sicher. „Dennoch bin ich froh, dass der Druck weg ist und ich mich wieder voll auf meine Arbeit mit den Patienten konzentrieren kann.“ 

Ihre Kolleginnen sind froh, sie wieder auf der Station zu haben. „Seit Jahren haben wir regelmäßig Schüler, Praktikanten, Auszubildende oder junge Menschen im Bundesfreiwilligendienst (Bufdis) bei uns im Rehazentrum. Diese jungen Leute aus der Theorie schrittweise in den praktischen Arbeitsalltag zu führen und in den Arbeitsprozess einzubinden, ist Aufgabe der Praxisanleiter“, sagt Schwester Heide Gaudlitz. Und sie weiß, wovon sie spricht: Bisher hatte sie als Ausbildungsbegleiterin im Rehazentrum alleine „den Hut auf“. Mit dem neuen Ausbildungsberuf „Pflegefachmann/-frau“ hat sich einiges im Ausbildungsplan der Berufsanfänger geändert. „Durch die erst kürzlich abgeschlossene Weiterbildung von Schwester Isabel sind wir hier auf dem aktuellsten Stand, was die Lerninhalte und Vorgaben der Berufsschulen betrifft.“ 

Zur Information:

Seit 2020 gibt es die Ausbildungsberufe Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Altenpfleger/in und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in nicht mehr. Die Ausbildung wurde zum Beruf „Pflegefachmann/-frau" zusammengefasst.

Was ist der Unterschied zum Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. zum Altenpfleger?

  • die Ausbildung zum Pflegefachmann erfolgt universell (generalistisch), deshalb kann der Einsatz in verschiedenen medizinischen Einrichtungen erfolgen: z.B. Krankenhäuser, Rehakliniken, Seniorenheime, Gesundheitszentren, ambulante Pflegedienste
  • die Ausbildung dauert drei Jahre; nach zwei Jahren können sich die Auszubildenden entscheiden, ob sie den fachübergreifenden generalistischen Abschluss als Pflegefachmann/-frau anstreben, oder den Abschluss mit einer Spezialisierung „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ oder „Altenpflege“
  • der Pflegefachmann/ die Pflegefachfrau kann zwischen verschiedenen Pflegeberufen und Einsatzorten wählen, z.B. ein Krankenhaus (Allgemeinversorger), Kinderklinik, Arztpraxis, Seniorenheim etc.

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