Frieren gegen Schmerzen - Kältetherapie bei Rheuma

Wer begibt sich freiwillig in eine Eiskammer bei -110°C? Noch dazu in Badesachen? Das klingt abenteuerlich, gehört aber zum täglichen Programm bei unseren Rheumapatienten. Aber warum setzt man sich freiwillig derartigen Temperaturen aus?

Kälte reduziert Schmerzen. Nehmen Sie als Beispiel einen entzündeten Zahn. Diesen Schmerz kennt fast jeder von uns. Hier bringt eine kühlende Kompresse oder ein Eisbeutel Linderung, zumindest vorübergehend. Das liegt u.a. daran, dass Kälte die Blutgefäße verengt und die entzündlichen Prozesse verlangsamt. Die Wechselwirkungen zwischen Entzündung und Schmerz unterliegen chemischen Prozessen: Kälte verlangsamt chemische Reaktionen, Wärme aktiviert chemische Umsetzungen. Unter dieser Vorstellung lassen sich plausibel sowohl die Mechanismen der Entzündungshemmung als auch der davon abhängigen Schmerzreduktion nachvollziehen.

Für wen ist die Kältetherapie geeignet?
Patienten mit systemischen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, aber auch mit nichtentzündlichen generalisierten Schmerzsyndromen (Weichteilrheuma und vertebragenen, d.h. „von der Wirbelsäule ausgehenden“ Schmerzsyndromen) profitieren von der Kältebehandlung. Dazu sind im Durchschnitt 2-3 Kälteanwendungen pro Tag erforderlich. Wegen der Anzahl der notwendigen Therapien pro Tag über einen längeren Zeitraum wird die Kältebehandlung fast ausschließlich bei stationären Patienten angewendet. 

Welche Vorteile bringt die Kältetherapie?
Neben der Schmerzreduktion hat die Kältetherapie weitere positive Auswirkungen auf die Patienten: Die Bewegungstherapie im Anschluss ist effektiver, weil sich die Gelenk- und Wirbelsäulenfunktionen verbessern, und die Einnahme von Medikamenten kann bei vielen Patienten gesenkt werden. Viele Patienten berichten auch von einer "euphorisierenden" Wirkung und dass sich ihr Allgemeinbefinden dadurch verbessert hat.
Da es auch bei der Kältetherapie Kontraindikationen gibt, z.B. starke Durchblutungsstörungen, unzureichend eingestellter Blutdruck, kürzlich überstandener Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist vor jeder Kältebehandlung zwingend eine ärztliche Untersuchung erforderlich. 

Die Klinik an der Weißenburg als einziges Fachkrankenhaus für Rheumatologie in Thüringen ist eine der wenigen Kliniken in Deutschland, die über eine Ganzkörperkältekammer (-110°C) verfügt.

Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Infoblatt Kältetherapie:

 

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