Willkommen in der Rheumatologie
der Klinik an der Weißenburg

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen befallen in den meisten Fällen die Wirbelsäule oder die Gelenke. Aber auch eine Entzündung der Blutgefäße (Vasculitis), des Bindegewebes (Kollagenose) und innerer Organe sind möglich. Neben den Entzündungen spielen auch Stoffwechselerkrankungen der Knochen und seltene rheumatische Erkrankungen, sogenannte „orphan diseases“, eine Rolle.

Erkrankungen der Gelenke und Wirbelsäule

Im Rahmen von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen können sowohl die Gelenke als auch die Wirbelsäule befallen werden. Die Ursache der Entzündungen ist nicht immer bekannt, aber in vielen Fällen mittlerweile gut behandelbar. Häufig führen die Entzündungen nicht nur zu Schmerzen sondern auch zu bleibenden Gelenkzerstörungen. Ein rechtzeitiges Erkennen der Erkrankung und die frühe Behandlung mit modernen Methoden bietet die Chance die Schmerzen zu lindern und drohende Behinderungen zu vermeiden.

Klassische Vertreter dieser Erkrankungen sind:

  • Rheumatoide Arthritis (Chronische Polyarthritis)
  • Arthritis bei Schuppenflechte (Psoriasisarthritis, Psoriasisarthropathie)
  • Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), Spondyloarthropathien
  • Gelenkentzündung nach Infektionen (reaktive Arthritis)
  • Gelenkerkrankungen durch Ablagerungen von Kristallen (z.B. Gicht, Pseudogicht) oder Eisen (Hämochromatose).

Rheumatoide Arthritis (Chronische Polyarthritis)

Sie ist die klassische Erkrankung der Gelenke und befällt nur sehr selten die Wirbelsäule. Grundsätzlich kann sie jedes Gelenk des Körpers befallen. Sie bevorzugt aber die Hand- und Fingergelenke. Sie führt zu einer Zerstörung nicht nur der Gelenke sondern auch der Sehnen. Unterbleibt eine Behandlung so können erheblich Behinderungen resultieren. Frauen werden deutlich häufiger betroffen als Männer. Der Verlauf der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich. Meist beginnt sie mit einem Steifigkeitsgefühl der Finger sowie Schmerzen und Schwellungen in den betroffen Gelenken. Häufig aber nicht immer findet man typische, immunologische Marker der Erkrankung im Blut. Obwohl die Ursache der Erkrankung bis heute nicht bekannt ist, bestehen mittlerweile sehr gute Behandlungsmöglichkeiten und die früher sehr gefürchteten Gelenkzerstörungen lassen sich bei rechtzeitiger Behandlung verhindern.

Arthritis bei Schuppenflechte (Psoriasisarthritis, Psoriasisarthropathie)

Bei Patienten, die unter Schuppenflechte (Psoriasis) leiden, kann es zu Gelenk- und Wirbelsäulenentzündungen kommen. Die Art des Befalls kann sehr unterschiedlich sein. Einerseits können ausschließlich Gelenke, andererseits auch nur die Wirbelsäule befallen sein. Ansätze von Sehnen oder Sehnenscheiden können befallen sein. Auch Mischbilder aus beiden Befallsarten sind möglich. Somit kann sich diese Erkrankung in vielerlei Form manifestieren. Gelenkzerstörungen sind möglich und sollten durch eine rechtzeitige Behandlung verhindert werden. Das Krankheitsbild zeigt aber auch bei einigen Patienten eine sehr große Ähnlichkeit zu der Spondylitis ankylosans (Bewechterewsche Erkrankung). Manche Patienten tragen auch den gleichen Erbfaktor wie die Spondylitis ankylosans, das HLA-B27.

Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), Spondyloarthropathien

In der Regel gehen diese Erkrankungen mit einer Entzündung und als deren Folge mit einer Einsteifung der Wirbelsäule einher. Sie befällt Männer deutlich häufiger als Frauen. Die Entzündung der Wirbelsäule ist schmerzhaft und die Patienten klagen vor allem nachts und in Ruhe über ihre Beschwerden. Sie beginnt schon sehr früh im Leben um die Zeit des Erwachsenwerdens und tritt familiär gehäuft auf. Die allermeisten Patienten tragen den Erbfaktor HLA-B27. Das Ausmaß der Wirbelsäulenentzündung und der Einsteifung kann von Individuum zu Individuum sehr unterschiedlich sein. Von einer minimalen Einschränkung bis zu einer totalen Versteifung der gesamten Wirbelsäule ist alles möglich. Auch können Gelenke und Sehnenscheiden entzünden. Da die Rückenschmerzen schon sehr früh im Leben einsetzen, werden vielen Patienten die Beschwerden nicht geglaubt, und die Diagnosestellung kann sich dadurch erheblich verzögern. Diese Gruppe von Erkrankungen treten auch gehäuft in Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Ileitis terminalis) auf.

Gelenkentzündungen nach Infektionen (reaktive Arthritiden)

Tage bis wenige Wochen nach Beginn von Infektionen der Lunge, der Harnröhre oder nach einer Darmentzündung mit Durchfall kann es zu einer Entzündung von Gelenken kommen. Auch nach Augen- oder Halsentzündungen ist dies möglich. Werden die Bakterien an der Eintrittspforte nicht abgefangen, so können sie oder nur Teile von ihnen in meist großen Gelenken eine Entzündung auslösen. Für eine Behandlung mit Antibiotika ist es dann zu spät, da bei diesen Gelenkentzündungen das Immunsystem des Menschen sich gegen die eigenen Gelenke wendet und diese Überreaktion mit einer gezielten Therapie beendet werden muss.

Gelenkerkrankungen durch Ablagerungen von Kristallen (z.B. Gicht, Pseudogicht) oder Eisen (Hämochromatose)

Die Ablagerung von Gicht- oder Pseudogichtkristallen kann erhebliche Gelenkentzündungen auslösen. Diese sind in der Regel sehr schmerzhaft. Bei der Gicht ist es neben der Bekämpfung der Schmerzen wichtig, die überschüssige Harnsäure wieder aus dem Körper auszuleiten, damit weitere Anfälle verhindert und einer Chronifizierung vorgebeugt werden kann.

Die Ablagerung von Eisen in den Gelenken kann zu einer Knorpelzerstörung und damit zu vorzeitigen Arthrosen führen. Das überschüssige Eisen im Körper muss erkannt und regelmäßig aus dem Körper entfernt werden. 

Entzündung der Blutgefäße (Vasculitis)

Entzündungen der Blutgefäße im Rahmen einer Polymyalgia rheumatica oder einer Riesenzellarteriitis (Arteriitis temporalis) können erhebliche, rheumatische Schmerzen verursachen. Meist empfinden die Patienten diese Schmerzen in den Muskeln und meinen, dass sie unter einer Muskelentzündung leiden. Kommt es zu einem Verschluss der Blutgefäße im Rahmen der Entzündung, können erhebliche Zerstörungen von Gewebe und sogar eine Erblindung die Folge sein. Es gibt eine Vielzahl von weiteren Formen von Vasculitiden, die teilweise mit Nachweis bestimmten Faktoren im Blut (ANCA) einhergehen und zu erheblichen Zerstörungen im Körper führen können.

Systemisch-entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen)

Kollagenosen sind Autoimmunerkrankungen, bei denen der Körper eine Entzündung gegen das körpereigene Gewebe auslöst. Der systemische Lupus erythematodes zeigt sich durch Gelenkentzündungen aber auch an der Haut, im Blutbild und am Befall weiterer Organe. Meist sind junge Frauen betroffen. Ohne effektive Behandlung kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen kommen.

Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, die sich gegen das Drüsengewebe (Tränendrüse der Augen, Speicheldrüsen im Mund) richtet. Die Drüsen werden zerstört und bilden keine Flüssigkeit mehr. Augen und Mund bleiben trocken. Außerdem können erhebliche Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten.

Im Rahmen der Kollagenosen kann es auch zu Entzündungen der Muskeln kommen (Myositis). Ist auch die Haut betroffen, spricht man von einer Dermatomyositis. Sind nur die Muskeln betroffen spricht man von einer Polymyositis. Heute weiß man, dass die Polymyositis kein einheitliches Krankheitsbild darstellt, sondern in viele Untergruppen unterteilt werden kann. Der Ausgang hängt sehr stark davon, um welche dieser Untergruppen es sich handelt.

Knochenstoffwechselstörungen

Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe ist die Osteoporose. Sie tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf und spielt eine wesentliche Rolle in einer immer älter werdenden Bevölkerung. Sie steht aber auch häufig im Zusammenhang mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Einerseits führen entzündlich-rheumatische Erkrankungen selbst zu einer Osteoporose, andererseits können Rheumamedikamente, wie Kortisonpräparate, eine Osteoporose verursachen oder fördern. Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung ist von besonderer Wichtigkeit zur Verhinderung späterer Schäden.

Seltene Erkrankungen (orphan diseases)

Patienten dieser seltenen Erkrankungen sind die „Waisen“ des Gesundheitssystems, daher nennt man diese auch „orphan diseases“.

Die Sarkoidose ist eigentlich eine Lungenerkrankung. Aber sie kann auch auf die Gelenke schlagen und zu Hautveränderungen führen (Erythema nodosum). Das Krankheitsbild wird dann Löfgren-Syndrom genannt.

Ein weiteres Beispiel für eine seltene Erkrankung ist das Still-Syndrom, eine Arthritis, die in der Regel im Kindesalter auftritt, aber auch in selten Fällen im Erwachsenenalter vorkommen kann. Neben Gelenkentzündungen treten dabei auch hohes Fieber und Hautveränderungen auf.

Mi
19 Dez
Arztfortbildung: Die multimodale stationäre Schmerztherapie

Referent: Dr. R. Krüger

Für die Schmerzkonferenz sind 3 Fortbildungspunkte bei der LÄK Thüringen beantragt.

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